"Sawadie!", so lautet die landesuebliche Grussformel der Thais und bedeutet soviel wie "Hallo!" und "Willkommen!" zugleich. Ein schoener Gedanke: du triffst einen Menschen und begruesst ihn, indem du ihn willkommen heisst ... in deinem Tag, deiner Stimmung, deiner Gegenwart ... "Herzlich willkommen in diesem Moment meiner Reise!" Ein letztes "Sawadie!" nun also auch in diesem Logbuch.
Ein letztes Mal den steilen Weg vom 'OK View' - unserer letzten Herberge auf Koh Tao, und gleichzeitig unserer letzten Herberge auf dieser Thailand-Reise - hinuntergestiefelt. Ein letztes Mal beweist die Sonne, dass sie mehr kann, als nur immer sich hinter Wolken zu verstecken.. Ein letztes Mal liegen wir am Weststrand mit seinem lauwarmen Planschbecken, wo im huefttiefen Wasser weisse Sand- und graubraune Korallenfelder einander abloesen.. Ein letztes Mal besteigen wir die Ueberseefaehre, die uns diesmal nach Chumphon bringt, noch einmal durch eine finstere Wolkenwand hindurch, bevor die Nachmittagssonne uns noch ein letztes Mal ihre heutige Hochform spueren laesst..
Statt der sonst ueblichen Videofilme zeigen sie heute abend in ausnahmslos saemtlichen Restaurants dieselbe Uebertragung der feierlichen Geburtstagszeremonie fuer die thailaendische Koenigin. Ein Riesenrummel, vergleichbar etwa mit der Einheitsfeier 1990, als Deutschland zum letzten Mal Fussball-Weltmeister wurde..
Ein letztes Mal in diesem Urlaub mit dem Nachtbus nach Bangkok, wo wir am Freitagmorgen gegen 5 Uhr ankommen. Ganz Bangkok muss heut nacht unterwegs gewesen sein, noch jetzt sind die festlich beleuchteten Strassen voller Menschen. Fuer die Taxifahrer sind aber nach wie vor wir Touris das Geschaeft der Stunde; ungeduldig draengeln sie, als wir uns noch zwei Minuten erbitten, um uns zu verabschieden. Guidos Zug faehrt in knapp 2 Stunden; wenn alles gut geht, wird er noch heute abend in Nong Khai den Mekong ueberqueren - und damit die Grenze nach Laos. "Dschok Di, Guido!" und bis zum naechsten Jahr! (und falls du ein Reisetagebuch fuehren willst: hier ist noch massig Webspace fuer dich uebrig!)
Ein letztes Fruehstueck in der KhaoSan-Road, beobachten, wie sich ganz allmaehlich die gerade erst vom Vortag gesaeuberten Strasse schon wieder fuellt mit ihrem nimmermueden, allzeit geschaeftigen Leben, chaotisch und entspannt zugleich, jeden Tag neue Menschen, die von ueberallher ankommen und nach ueberallhin weiterziehen, kein Tag ist wie der andere am diesem Ort, der immer gleich auszusehen scheint, egal wann man hier hierher kommt, um nur so schnell wie moeglich wieder von hier weg zu kommen ..
Ein letzter Einkaufsbummel liegt vor uns, eine letzte TukTuk-Tour durch die Innenstadt, und dann werden wir auch schon auf unser Check-In warten, fuer den Heimflug nach Frankfurt, diesmal ueber Muscat, und wann sonst als an einem Freitag, dem 13. Vielen Dank allen geduldigen Zuhoerern zuhaus - wie schon zu Beginn versprochen, kann das mit den Postkarten noch ein Weilchen dauern:o)
"Laa gon!" und "Pop gan mai!", wir freun uns auf euch! Martina & Stefan
Posted by thaiboyal
at 1:13 AM GMT
.. ein Strandtag sowie ein voellig verregneter Tag auf der Seeterasse bieten wohl kaum genuegend Stoff zum Berichten. Martina und Guido hats am Sonntag ordentlich erwischt; sie sind genau in das Unwetter hineingeraten, als sie von ihrem ersten Tauchgang zurueckkamen. Aber beide sind wohlauf, und gehen Montag vormittag gleich nochmal runter.
Unter Wasser bilden sie teilweise kleine Hoehlen, die man beim Schnorcheln erkunden und dabei ganze Schwaerme von Fischen besuchen kann. Da es hier so gut wie keine Sandboeden gibt, kann man in Kuestennaehe auch bei Wassertiefen von sieben Metern noch bis auf den Grund sehen. Heut abend nochmal schoen essen und trinken, und morgen nachmittag gehts dann endgueltig zurueck nach Bangkok.
Gegen Mittag beziehen wir erschoepft unser Zimmer. Das wieder einmal superidyllische Gaestehaus mit seinen teilweise schwimmenden Bungalows liegt direkt am Kwai, keine zwei km unterhalb der legendaeren Eisenbahnbruecke. 1945 hatten die Alliierten diesen fuer die japanischen Besetzer strategisch so wichtigen Punkt gesprengt. Von 1942-1945 hatten die Japaner die sogenannte 'death railway' von Malaysia quer durch den thailaendischen Dschungel rauf nach Burma bauen lassen, um eine Alternative zum von den Alliierten besetzten Seeweg zu haben. Beim Bau dieser Strecke kamen ueber 100.000 Zwangsarbeiter ums Leben, unter ihnen 16.000 alliierte Kriegsgefangene. Fuer sie haben die Thailaender hier einen Friedhof errichtet. Direkt daneben befindet sich eins der vier Museen, die alle von der 'Todesbahn' erzaehlen. Nebenan gibt es auch ein Lokal, in dem sie heute den Film "Die Bruecke am Kwai" zeigen (hoechstwahrscheinlich laeuft der hier jeden Abend).
Der Himmel haengt voller Wolken, also gehts zuerst mal mit dem Moped in Richtung Suedwesten. Rueber ueber den Fluss, nach dem der Ort benannt wurde, und ein paar km weiter gehts links rein zum MaeYen-Tempel. Oder besser gesagt erst einmal zu einer steilen Treppe (353 Stufen), die es zuvor zu erklimmen gilt. Eine heilige Ruhe empfaengt uns oben, lediglich das Klingeln der Windspiele toent hin und wieder ueber die Anlage. Wer wirklich vorhat, fuer ein paar Tage dem Weltlichen zu entkommen, der waere hier genau richtig. Schon nach einer Viertelstunde wirkt sich diese Stimmung auch auf uns aus. Der Blick auf das Tal tut sein uebriges; am Ende kostet es regelrecht Ueberwindung, sich davon loszureissen und diesen Ort des Friedens wieder zu verlassen. Weiter gehts zur Attraktion der Gegend, den heissen Quellen. In einen Naturpark eingehegt, fliesst ein kleiner Bach durch den Wald, Wassertemperatur etwa 40 Grad. Gespeist wird er von den Quellen weiter oben, wo es bis zu 80 Grad haben soll! Es stinkt nach Guelle und die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch. Das war also das mit grossem Trara angekuendigte Naturschauspiel, nun ja... Wir fahren noch ein bisschen durch die wunderschoene Landschaft, passieren kleine Doerfer der angesiedelten Staemme, beobachten Reisbauern bei ihrer harten Arbeit, und lassen den Tag so richtig schoen an uns vorbeiziehn.
Eine Viertelstunde spaeter zurueck im Pai-Tal scheint die Sonne; das Ganze kommt uns vor wie ein Traum, aber die Wand in unserem Ruecken beweist: hier treffen heute tatsaechlich zwei verschiedene Wetterzonen direkt aufeinander. Haetten wir doch nur auf den Amerikaner gehoert!